„Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.“
                                                                   Matth. 10, 7 (nach der Einheitsübersetzung)

Mit dieser Botschaft hatte Jesus seine 12 Jünger in die Dörfer und Städte Israels geschickt. Schon die Verkündigung von Johannes dem Täufer und von Jesus selbst begann mit den Worten: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.“ Was soll damit gesagt sein?
Wenn das Matthäusevangelium vom „Himmelreich“ spricht, dann meint es dasselbe, was in anderen Evangelien das „Gottesreich“ heißt. Es meint die Herrschaft Gottes über die gesamte Welt, ein Reich des Friedens, der Gerechtigkeit und der Liebe.

„Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören,
langsam zum Reden, langsam zum Zorn.“

                                                                   Jakobus 1, 19

Ich versuche zuzuhören, ertappe mich zugleich dabei, dass ich längst zu wissen glaube, was der andere sagen will und halte es kaum aus, ihn wirklich ausreden zu lassen. Er kommt nicht zum Punkt, wogegen ich mein Argument schon auf der Zunge habe. Kennt Ihr so etwas auch?

„Freundliche Reden sind Honigseim,
süß für die Seele und heilsam für die Glieder.“

                                                                   Sprüche 16, 24

Ich mag ihn und esse ihn gern: Bienenhonig. Allerdings haben es Bienen heutzutage schwer, genügend Nektar zu finden. Durch unsere Monokulturen auf den Feldern – z.B. kilometerweit Raps – erleben sie Wochen absoluten Überflusses, dann aber wieder Zeiten zum Verhungern. Hinzu kommt der (umstrittene) irritierende Einfluss der vielen Pestizide. Bienen-sterben der letzten Jahre gefährden viele Populationen bzw. Völker. Es kann sein, dass Honig zur absoluten Luxusware und in gewohnten Mengen nicht mehr verfügbar sein wird.

„Es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir.“
                                                                   2. Samuel 7, 22

Mit dem Bekenntnis zur Einheit Gottes gab sich König David, der diesen Satz in einem Gebet aussprach, als einer der religiösen Nonkonformisten seiner Zeit zu erkennen. Dass „alles voller Götter“ sei, war bei allen anderen Völkern ringsherum allgemeiner Grundkonsens. Uns erscheint dagegen die Alternative „Es gibt entweder einen einzigen Gott oder gar keinen“ so selbstverständlich, dass uns die Kühnheit des Bekenntnisses zu einem einzigen Gott gar nicht mehr auffällt. Echte Heiden gibt es längst nicht mehr, selbst die heutigen Atheisten sind „Amonotheisten“, Leugner des einen Gottes. Vielleicht kann man noch bei Reisen in ferne Länder Menschen beobachten, deren Leben von Furcht vor dem Zorn und von Hoffnung auf die Gunst von Göttern bestimmt ist. Aber ansonsten ist die Welt, in der wir leben, götterlos.

„Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“
                                                                   Mt 28, 20

Es ist die Summe des Evangeliums, die in dem kurzen Satz aufleuchtet: Ich bin bei euch alle Tage. In äußerster Konzentration fasst Jesus am Ende des Matthäusevangeliums zusammen, wofür er gelebt hat und wofür er gestorben ist. Denn dies war und ist seine Botschaft: Dass der ewige Gott nicht ohne uns Menschen Gott sein will. Dass er als Vater im Himmel auch als Vater auf Erden an unserer Seite ist. Und dass darum der von ihm gesandte Sohn nicht nur zur Geburt den schönen Namen „Immanuel“ erhält, sondern als der „Gott-mit-uns“ bis zum Ende der Welt für uns da ist. Wie ist Jesus Christus bei uns?

„Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu und dient ihm allein.“
                                                                   1 Sam 7,3 (E)

Dass man irgendwie an Gott glaubt, ist kein Problem. Auch die Israeliten damals glaubten an Gott. Aber daneben verehrten sie noch andere Götter; sicher ist sicher. Der HERR, der Gott ihrer Väter, war ihnen wichtig; aber kann er sich wirklich um alles in ihrem Leben kümmern? Besser war es, auch die Göttin der Fruchtbarkeit zu verehren, die einigen Familien unter ihnen ganz tolle Ernteerträge bringt. Der Prophet Samuel ermahnt nun die Israeliten, alle anderen Götter zur Seite zu tun und allein den HERRN anzubeten und ihn zur allein bestimmenden Kraft ihres Lebens zu machen.

„Ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen
gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.“

                                                                   Römer 8, 18 (L)

Auf den ersten Blick wirkt dieser Vers wie eine Vertröstung auf das Jenseits: Ist doch egal, wie schwer dieses Leben ist, das Entscheidende kommt ja erst noch. Ist doch egal, ob es in dieser Welt Gerechtigkeit gibt, oder nicht. In der ewigen Herrlichkeit werden die Benachteiligten zu ihrem Recht kommen.
Der Gesamtzusammenhang aber lässt diesen Vers in einem anderen Licht erscheinen, denn im zentralen 8. Kapitel seines Briefes an die Gemeinde in Rom geht es Paulus um die unüberwindliche Liebe und Treue Gottes. Paulus will auf eine Kernaussage hinaus: Nichts, aber auch gar nicht, kann uns trennen von der Liebe Gottes (V.38+39). Und aus diesem Blickwinkel heraus gibt Paulus dem derzeitigen Leiden der Menschen eine andere Bedeutung.
Die ganze Schöpfung seufzt unter ihrer Vergänglichkeit. Aber sie fügt sich nicht in ihr Leiden. Sie erwartet stattdessen sehnsüchtig die Befreiung von Leid und Tod. Und Gott hat den Menschen seinen Geist gegeben, damit sie schon jetzt erkennen können, dass die Vollendung der Welt bereits angebrochen ist, so wie sich bei einer Geburt das neue Leben mit dem Einsetzen der Wehen ankündigt (V.19-23).
Für Paulus steht die Menschheit deshalb in einer Leidensgemeinschaft mit allen anderen Geschöpfen, weil die an Gott Glaubenden stellvertretend für die gesamte Schöpfung die Hoffnung nicht aufgeben sollen, dass sich am Ende die Liebe Gottes durchsetzt und die gesamte Kreatur von Tod und Leiden befreit wird. Und wenn bis dahin Geduld im Leiden notwendig ist, dann um dieser Hoffnung für die Welt willen (V.24-25). Die Kraft für diese Hoffnung aber gewinnt Paulus aus der Gewissheit, dass das Seufzen der Schöpfung bei Gott nicht belanglos ist, sondern Gehör findet, weil der Heilige Geist die Bitten der Verzagten vor Gott so zur Sprache bringt, dass sie erhört werden müssen (V.26-27).
Am Ende werden weder das Leiden noch der Tod das letzte Wort haben, sondern die Herrlichkeit der Liebe Gottes. Gottes Herrlichkeit als Ziel der gesamten Schöpfung wird nichts und niemand aufhalten können, weil Gott in seiner Treue am Ende alle Vergänglichkeit und alles Leiden überwinden wird (V.29-39).

Prof. Dr. Ralf Dziewas, Theologische Hochschule Elstal

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