Dem Frieden nachjagen!

Ich glaube; hilf meinem Unglauben!
Markus 9, 24 (L)

Wie passen diese beiden Worte: Glaube und Unglaube in einen Satz? Ist das eine nicht das Gegenteil vom anderen? Geht beides gleichzeitig: glauben und nicht glauben?
Und darf das überhaupt sein?

Andacht 01/2020:

"Gott ist treu"
                     
1. Kor 1, 9

Treue erwartet man von Ehepartnern und lobt sie an Hunden. Bei Menschen ist sie eine Tugend, bei Hunden beruht sie auf Dressur, die die natürlichen Instinkte des Tiers lenkt und formt. Es ist auch ein weises Wort, dass man sich selbst treu sein soll. Das kann in Konfliktsituationen bekanntlich sogar bedeuten, dass man anderen Menschen die Treue aufkündigen und seine eigenen Wege gehen muss. Wer allerdings nur noch sich selbst treu sein kann oder will, hat es aufgegeben, anderen Menschen zu vertrauen. Bei Treue geht es um Vertrauen zu einem Gegenüber, um Beziehung, die sich bewährt in einer gemeinsam erlebten Geschichte.

„Wer im Dunkel lebt und wem kein Licht leuchtet,
der vertraue auf den Namen des Herrn
und verlasse sich auf seinen Gott.“

                                                                   Jes 50,10 (E)

Der Dezember ist der dunkelste Monat im Jahr. Es ist Nacht, wenn wir morgens aus dem Haus gehen und auch, wenn wir spätnachmittags nach Hause kommen. Das kann auf das Gemüt drücken. Dagegen hilft vielleicht eine Lichttherapie; im Winter noch dunkleren Skandinavien werden dafür ganze Räume und Hallen besonders erleuchtet, wo man sich im sonnenähnlichen Licht seelisch erholen kann – von der Dunkelheit draußen. Gegen das fehlende äußere Licht kann man also etwas tun. Aber was machen wir, wenn es um unsere Seele immer finsterer wird oder in unserer Gesellschaft und Welt?

„Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt.“
                                                                   Hi 19, 25

Das „aber“ am Beginn dieses Satzes lässt aufhorchen. Das Wort „aber“ stellt einen Gegensatz dar. Hiob widerspricht. So kennt man ihn: Hiob, der Rebell gegenüber Gott und seinen Freunden. Hiob, der leidenschaftliche Streiter gegen das ihm zu Unrecht zugefügte Leid. Doch wenn Hiob an dieser bestimmten Stelle „aber“ sagt, kommt noch etwas Anderes zum Vorschein, nämlich eine neue Perspektive: „Ich bin mit meinem Leid – trotz allem – nicht allein. Ich bin kein bedauerlicher Ausnahmefall. Wenn nur meine Geschichte aufgeschrieben würde, würde es jeder erkennen.“ Hiob steht exemplarisch für alle Menschen, die wie er unter dauerhaften, unerträglichen Schmerzen leiden. Und er steht dafür ein, dass mit diesem Leid noch nicht alles gesagt ist.

„Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.“
                                                                   Matth. 10, 7 (nach der Einheitsübersetzung)

Mit dieser Botschaft hatte Jesus seine 12 Jünger in die Dörfer und Städte Israels geschickt. Schon die Verkündigung von Johannes dem Täufer und von Jesus selbst begann mit den Worten: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.“ Was soll damit gesagt sein?
Wenn das Matthäusevangelium vom „Himmelreich“ spricht, dann meint es dasselbe, was in anderen Evangelien das „Gottesreich“ heißt. Es meint die Herrschaft Gottes über die gesamte Welt, ein Reich des Friedens, der Gerechtigkeit und der Liebe.

„Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören,
langsam zum Reden, langsam zum Zorn.“

                                                                   Jakobus 1, 19

Ich versuche zuzuhören, ertappe mich zugleich dabei, dass ich längst zu wissen glaube, was der andere sagen will und halte es kaum aus, ihn wirklich ausreden zu lassen. Er kommt nicht zum Punkt, wogegen ich mein Argument schon auf der Zunge habe. Kennt Ihr so etwas auch?

„Freundliche Reden sind Honigseim,
süß für die Seele und heilsam für die Glieder.“

                                                                   Sprüche 16, 24

Ich mag ihn und esse ihn gern: Bienenhonig. Allerdings haben es Bienen heutzutage schwer, genügend Nektar zu finden. Durch unsere Monokulturen auf den Feldern – z.B. kilometerweit Raps – erleben sie Wochen absoluten Überflusses, dann aber wieder Zeiten zum Verhungern. Hinzu kommt der (umstrittene) irritierende Einfluss der vielen Pestizide. Bienen-sterben der letzten Jahre gefährden viele Populationen bzw. Völker. Es kann sein, dass Honig zur absoluten Luxusware und in gewohnten Mengen nicht mehr verfügbar sein wird.

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