„Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen,
bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.“

                                                                   Offenbarung 21,2 (L)

Die Welt, wie wir sie kennen, wird einmal untergehen – aber nur um Platz zu machen für etwas ganz Neues und Wunderschönes. Vom neuen Himmel und der neuen Erde können wir mit unseren Erfahrungswerten uns keine rechte Vorstellung machen. Darum sprechen auch die Weissagungen der Bibel nur in Bildern davon, und selbst die erweisen sich als letztlich unzureichend.

Der Seher Johannes empfängt als Vision, dass eine Stadt aus dem Himmel herabkommt. Es ist die heilige Stadt Jerusalem. Aber nicht jene Stadt in den judäischen Bergen zwischen Mittelmeer und Totem Meer, die heute im Zentrum weltpolitischer Konflikte steht, sondern ihr himmlisches Gegenstück, das neue Jerusalem. Diese heilige Stadt hat Gott im Himmel vorbereitet, um sie zur gegebenen Zeit auf die neue Erde herabzusenden. Dann folgt ein zweites Bild, das zum ersten gar nicht zu passen scheint: Die himmlische Stadt, sagt Johannes, ist vorbereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. Mit diesem zweiten Bild greift er auf, was im Alten wie im Neuen Testament vom Volk Gottes gesagt wird: Das Volk Gottes ist die Braut, mit der Gott bzw. Jesus Christus sich vermählen will.
So verstehen wir nun auch, wer oder was das neue Jerusalem ist, nämlich die Schar der vollendeten Erlösten, mit der Gott eine ewige, unauflösliche Liebesgemeinschaft eingegangen ist. Diese Schar wird die neue Erde füllen, und dazu wird sie jetzt im Himmel vorbereitet. Zur himmlischen Gemeinde gehören alle, die ihren Weg auf Erden im Glauben vollendet haben. Aber auch wir, die wir noch leben, gehören schon dazu, wenn auch in anderer Form. „Wir sind Bürger im Himmel“, sagt der Apostel Paulus (Phil. 3,20), und das wird einmal offenbar werden, wenn die vollendete Gemeinde vom Himmel herabkommt. Indem wir hier auf Erden Glauben halten, Liebe üben und Hoffnung bewahren, erhalten wir unser Erbteil im neuen Jerusalem und der neuen Welt.

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Prof. Dr. Uwe Swarat, Professor für Systematische Theologie an der Theologische Hochschule Elstal

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